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Neue Forschungsergebnisse beleuchten den möglichen Einsatz von Hirse in therapeutischen Diäten. Hirse enthält auch mehrere bioaktive Phytochemikalien, darunter Feraxane, Lignane, ß-Glucan, Inulin, resistente Stärke, Sterole und phenolische Verbindungen (z. B. Ferulasäure, Kaffeesäure und Quercetin). Studien haben die Rolle von Polyphenolen bei antioxidativen, entzündungshemmenden, antiviralen und neuroprotektiven Aktivitäten bestätigt, die sich als vorteilhaft gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, hohen Cholesterinspiegel, entzündliche Erkrankungen und das metabolische Syndrom erwiesen haben. So kann Hirse bei bestimmten Zivilisationskrankheiten therapeutisch wirken.
Indien hat nach China die zweithöchste Verbreitung von Diabetes, etwa 77 Millionen Inder sind davon betroffen. Lebensstiländerungen durch Ernährungsumstellung sind der Schlüssel zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Der hohe Ballaststoffgehalt in Hirse hilft bei der langsamen Freisetzung von Zucker in den Blutkreislauf und hält so den Blutzuckerspiegel nach dem Essen niedrig. Die B-Vitamine in Hirse unterstützen eine bessere Kohlenhydratverwertung und letztendlich dient Hirse als Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index, das besonders wirksam bei Typ-2-Diabetes ist.
Laut dem Indian Council of Medical Research und dem Registrar General of India sind fast 60 % der Herzkrankheiten weltweit in Indien zu finden. Hirse enthält erhebliche Mengen an Magnesium, das bekanntermaßen die Auswirkungen von Herzinfarkten reduziert. Die antioxidative Wirkung von Hirse hilft nachweislich bei der Reduzierung von oxidativem Stress und die darin enthaltenen Ballaststoffe tragen dazu bei, die Ansammlung von schlechtem Cholesterin (LDL) zu minimieren und das gute Cholesterin (HDL) zu erhöhen. Die Ballaststoffe in Hirse helfen auch dabei, die Aufnahme von Cholesterin, Nahrungsfett und Glukose zu verzögern und tragen so zur Herzgesundheit bei.

Laut der National Family Health Survey-5 leiden in Indien 24 % der Männer und 21 % der Frauen über 15 Jahre an Bluthochdruck. Hoher Blutdruck ist ein Risikofaktor für Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) fördert den Verzehr ballaststoffreicher Vollwertkost. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Verzehr von Hirse bei der Kontrolle von Bluthochdruck von Vorteil ist. Hirse ist reich an Ballaststoffen und enthält bestimmte Antioxidantien und Mikronährstoffe wie Magnesium und Kalzium, die wirksam zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks beitragen. Sie sorgen auch für ein gutes Serumlipidprofil.
Glutenunverträglichkeit tritt bei Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen wie Zöliakie auf. Gliadin in Weizen, Horedein in Gerste, Secalin in Roggen und Avenin in Hafer gehören zur Familie der Glutenproteine, die bei Menschen mit Glutenunverträglichkeit Entzündungen der Darmschleimhaut verursachen. Da Hirse von Natur aus glutenfrei ist, ist sie ein hervorragender Ersatz für Getreidekörner bei Menschen mit Zöliakie.